Dichter
sind die Sterblichen, die mit Ernst den Weingott singend, die Spur der
entflohenen Götter spüren, auf deren Spur bleiben und so den verwandten Sterblichen
den Weg spuren zur Wende...
(Heidegger/Hölderlin)
"Staatliche Aufsichtsbehörden
haben California Lokführer aus mit Handys in der Folge eine tödliche Los
Angeles Absturz auf SMS Schuld verboten." (OfficialWire)
"Auf jeden Fall, wir sind da schon wirklich weit. Ich
wollt noch eine ganz kurze Sache sagen, zu diesem, dahinten drüben,
Tempelhofer Feld fluten u.s.w.. Mit der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Umweltschutz ist es geklärt. Also der Tempelhofer
Flughafen wird 1996 seinen Betrieb einstellen, 1996 wird auch schon
angefangen, die baulichen Vorbereitungsmaßnahmen zu treffen, um ihn dann
Anfang '97 zu fluten. Im Lauf des nächsten Jahres wird der Flugbetrieb
eingeschränkt und alle verkehrenden Maschinen werden nach und nach auf
dem Dach des Empfangs-gebäudes, das stehen bleibt, aufgestellt. Wir
haben die Zusage, daß Berlin alle zwei Jahre die
Segelweltmeisterschaften austragen wird, d.h. die
Segelweltmeisterschaften werden auf dem Tempelhofer Meer stattfinden. Da
müssen wir immer schönen Wind haben - Dann machen wir das einfach so: die
Flugzeuge, die wir auf dem Dach da aufgestellt haben, schalten wir alle
auf einmal AN. Die einen so rum, die Propellermaschinen so rum, das
gibt dann schönen Wind. Die Werbeflächen sind auch schon alle
verkauft. Das wird ganz schön bunt. Schön bunt. Vor allem, wenn man das
mal von oben sieht...Diese bunten Flugzeuge, die so schön den Wind
machen und die kleinen weißen Boote über das Tempelhofer Meer blasen!
Klasse, Klasse!!!" aus "Großstadtnotizen", 1995
BURKA 1
Seume? Seume, schläfst du noch? Du
berührst dich nicht. Träumst du, Seume? Bist du…? Ach,
Seume, du bist doch mein Freund. Bist du unglücklich, weil deine Frau abgehauen
ist, deine Meisterin nicht mehr da ist? Wie kommst du denn damit klar, dass ich
jetzt dein Meister bin? Du bist noch sehr müde,
nicht? Ich denke darüber nach, an so einer Schnur eine Frau für dich zu machen,
dass du dich nicht so alleine fühlst. Vielleicht hast du ja
deswegen deine Stimme verloren. Kennst du Italien? Bist du stolz? Hast du deine eigenen Ideen? Du bist ja schon ziemlich
alt...! Kommst du aus einer Kiste?
Kommst du aus einer verschiedenen Welt? Oder bist du aus Japan entsprungen? Vielleicht kauf ich dir eine
schöne Bäuerin. In die du dann verliebt sein kannst. Seume? Hörst du mir zu? Seume? Bist du tot? Seume?
aus PROTOKOLL PANKOW, Theater Thikwa 2012
Wir wollen uns zunächst befassen mit Kafka’s kurzem Text „Der Steuermann“, den ich als bekannt voraussetze, und zwar vor allem mit den beiden letzten Sätzen, die da lauten: „Was ist das für ein Volk? Denken sie auch oder schlurfen sie nur sinnlos über die Erde?“
Und jetzt stellt sich doch die Frage: welches Volk ist hier gemeint und warum benutzt Kafka an dieser Stelle – und es ist die einzige in seinem gesamten Werk – das Wort „schlurfen“? Vielleicht darf ich Ihnen kurz meine Gedanken zu dieser Problematik skizzieren. Wenn wir das Volk als Metapher begreifen für die Masse, der alles Wesenhafte immanent ist außer eben der jeweils zwanghaft sich ereignenden Individuation, dann generiert doch der Vorgang des Schlurfens und die ihm parallel unterstellte Abwesenheit jeglicher Reflexion gewissermaßen einen Spiegel, in dem die Ich-Figur nichts anderes mehr erkennt als das Bild und damit Schmerz gewordene Dilemma von Geworfenheit und Determination. Das heißt: die Unwirklichkeit eines aus der objektiven Physikalität des zerebralen Prozesses in die subjektive Existenz des erinnernden Schauens nicht übertragbaren Ereignisses (hier des Schlurfens) ist wirklicher als die greifbare Realität des Bildes. Und hinter dem Bild lauert immer entweder der leere Raum oder eine von meist wildem Getier bevölkerte Landschaft, also der Zustand bzw. das Bewusstsein der Enttröstung ist immer universell. Und ich sage ganz bewusst Enttröstung und nicht Trostlosigkeit. Denn wir bewegen uns ja auch hier keineswegs in einer amoralischen Kategorie. Können Sie mir folgen? (theater zum westlichen stadthirschen: KAFKA AM SPRACHRAND)
die flugangst ist eine der demut verwandte tugend. wer sie
leugnet und als irrational oder gar lächerlich bezeichnet, bewegt sich im
randbereich der ersten todsünde.
BURKA 2
Nach Gott haben wir nichts Wichtigeres mehr gehabt als Öffentlichkeit. (M. W.)
Was mich ärgert zum Beispiel ist, wenn ich in Köln durch die Fußgängerzone gehe, oder durch eine beliebige Fußgängerzone, wo eingekauft wird, ärgert mich die Unschuld dieser Bevölkerung, die sind alle unschuldig, und ich mag keine unschuldigen Menschen, das ist für mich fast etwas, fast mit Ekel verbunden, diese Unschuld, die sind an nichts schuld, an nichts schuld gewesen und auch jetzt an nichts schuld, und sind subjektiv wirklich unschuldig, das bin ich nicht. (Heiner Müller)
RIECKHALLE 1
"Die Landebahn ist ja nur 527 Meter lang und 20 Meter breit, und sie hat eine Neigung von 12 Grad. Eine Seite der Landebahn grenzt an das Bergmassiv, die andere Seite endet abrupt an einem Abgrund. Man spürt schon eine Spannung und ein Kribbeln, wenn es zur Landung kommt. Aber man wird auch von der Landschaft drumherum abgelenkt. Trotzdem, die Landung ist abenteuerlich. Der Pilot setzt wie zu einem Sturzflug an und bremst die Maschine ab. Schafft er es nicht, rast die Maschine gegen den Berg. Gestern dürfte die Maschine im Nebel die Felskante erwischt haben. Diese Piloten riskieren manchmal zu viel. Vielleicht hätte er noch abdrehen sollen."
HENKERS
„Insgesamt erfahren in deutschen Krankenhäusern höchstens zwanzig bis dreißig Prozent aller Patienten mit sehr großen Schmerzen eine ausreichende Schmerztherapie. Das heißt, und das ist eine schreckliche Wahrheit, siebzig bis achtzig Prozent sterben unter Qualen. Das müsste nicht so sein, denn dagegen gäbe es Mittel. Zwar hat sich der Morphiumverbrauch in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich erhöht, von 0,8 Kilogramm pro eine Million Einwohner im Jahr 1985 auf 17,7 Kilogramm im Jahr 2002. Aber auch mit diesem gestiegenen Verbrauch liegt Deutschland in der Europäischen Union immer noch an letzter Stelle. Auf dem ersten Platz steht übrigens Österreich.“ Wolfgang Prosinger, „Tanner geht“, 2008
Es war einmal eine
Oma. Die wollte zum Heiligen Abend ihre klitzekleinen Enkelchen nicht besuchen.
Sie hatte eine viel bessere Idee. Nämlich: ihre Schwester war auch eine Oma und
die wollte das auch nicht. Sollen doch klitzekleine Enkelchen bitteschön ab sofort
ihre heiligen Geschenke europaweit ohne Oma-Hilfe auspacken und sich dann
selbst damit belästigen. Und Omas in Ruhe lassen. Also bestellte die Oma sich
beim Ministerium für innerweihnachtliche Angelegenheiten einen Hubschrauber.
Damit flog sie in die heimliche Hauptstadt ihres gebeutelten Landes und
entführte ihre Schwester ins töchterliche Refugium. Das war zu dieser Zeit aus
dubiosen Gründen unbehaust. Der Schwager ihres Sohns hatte die Nichte ihrer
Schwester hinterrücks ins ferne Arabien zum gefürchteten und krankhaft
vereinigten Emir Ahmad XXXVIII. gelockt, mit Versprechungen, die
niederzuschreiben - in der Adventszeit (und die läuft doch gerade ab, oder?) -
sich jedem halbwegs gläubigen Monotheisten verbietet. Davon also ein
andermal...
Nun waren die beiden
Enkel-Verschmäherinnen glücklich in der Merlo-Station gelandet und was wurde
das für ein Spaß! Zunächst verschafften sich die zwei Grundkenntnisse in der
Computer- und Internet-Bedienung. Vorher wurde der Helikopter-Mietvertrag bis
zum Neujahrstag verlängert, und zwar inklusive der dreiköpfigen Besatzung. Die
Pilotinnen und der Techniker waren alles andere als begeistert aber – und da
fing das Gekicher und Gekreische eigentlich an – weisungsgebunden. Die
Rhein-Metropole wurde nun mehrere Tage lang mit unberechenbaren
Hubschrauber-Landungen an die Grenze ihrer logistischen Kapazitäten bewegt.
Heumarkt, Neumarkt, Ebertplatz, Ubierring, Rudolfplatz, Wallraffplatz,
Chlodwigplatz, Alter Markt, Domplatte, einmal sogar mitten in der
Schildergasse, mindestens dreimal täglich landete dieser abgesegnete Helikopter
an total vom allgemeinen Kaufrausch überlaufenen Stellen der Stadt. Und immer
verließen zwei nicht mehr ganz so jugendliche Damenschaften das Geflieg für
höchstens 20 Minuten, um in den angrenzenden Geschäften und Passagen
hauptsächlich – aufgepasst – gigantische Mengen an Kinderspielzeug und
bayrischen Lebensmittel-Spezialitäten einzukaufen. Immer ein bisschen modisch
aufgetakelt und bester man möchte fast sagen hysterisch guter Laune. Zack – waren
sie gelandet. Schnell eingekauft. Zack –waren sie wieder weg. Nicht alle Kölner
wussten das zu schätzen, bald hieß es mehrmals am Tag: „Ey, komm, lassemer
jonn, die Merlo-Sisters sin im Anfluch.“ Ungewöhnliche Vorgänge, gewiss! Was
diese Tage aber in die Annalen der Stadt einbrennen wird, ist das Finale, das
die Kochler-Irmgard und die Kochler-Elisabeth mit traumwandlerischer Empathie
fürs rheinische Territorium zu ihrer Höchst- und Abschluss-Gaudi inszenierten.
Übers Internet hatten sie eine gigantische Enkel-Ersatz-Bescherung im
Müngersdorfer Rhein-Cologne-Stadion organisiert. Am 1. Weihnachtsfeiertag stieg
der Hubschrauber ein letztes Mal in den weihnachtlichen Himmel und vor 45.000
begeisterten Zuschauern ging ein bunter Regen kleiner Fallschirme auf den
Fußball-Rasen nieder. Päckchen, Säckchen, Schachteln, Tütchen, Beutel,
Geschenke über Geschenke. Es war unglaublich. Am Schluss segelten 3 Fallschirme
in die Arena, mit denen die Crew aus ihrem nervenaufreibenden Weihnachtsdienst
auf den Boden der Tatsachen entlassen wurde. Auch hier Gejohle von allen
Rängen. An der Seide ihrer Schirme konnte man sie erkennen: ALMA, ANASTASIA
& LUKA.
Den Heimflug in die Merlo haben die 2 Omas erstaunlich
hingekriegt und die Zeit zwischen den Jahren mit Auskichern und Ausruhen
verbracht. Ein kleines Schälchen Obazden, 2 Weißwürste und eine Flasche Helles
hatten sie im Keller versteckt. Ja, liebe Kinder, so war das damals im Jahr
2003 im Advent. Aber der 1. FC ist dann später leider trotzdem abgestiegen... ...und Bayern München natürlich wieder
Meister geworden. Weihnachtsmeister.
Das hab ich aber nie gesagt: du hast mit deinem Alter kokettiert. Das hab ich ihr anders gesagt. Dann geht’s: nein, das muss ich aber jetzt erklären! Ich hab halt immer gefunden, dass es mir noch gut geht, obwohl ich schon so alt bin. Das stimmt aber nicht, sie hat es andersrum gesagt. Und jedes Mal, wenn bei mir etwas so ankommt, versucht sie, und... ein Leben lang geht das ja so. Und ich glaube nach wie vor, dass das damit zusammenhängt, dass sie mich immer verhauen hat als Kind. Das stimmt. Wenn du als Kind ununterbrochen solche Ohrfeigen kriegst, weil die einen Kopf größer ist, und wenn, wenn du hundert mal mitm Fahrrad hinfällst, weil sie mitm Fahrrad hinter dir herfährt und dich extra zur Seite drückt, so dass du unten liegst und sie oben drauf, und du hast die Knie kaputt. Und wenn die den Lebkuchen, den ihr beide gekriegt habt in der Früh um zehn, um die, um die Puppenküche runter zu holen ausm Speicher und den Kaufladen, und wenn sie dir den Lebkuchen, den sie aufgefressen hat, im Treppenhaus aus der Hand reißt, dann ist das, dann geht das nie mehr weg. Das bleibt, da kannst du nix machen. (aus der Textwerkstatt / theater zum westlichen stadthirschen)
KOLUMBA 11
"Eine Million Macheten hat er in China bestellt und in Verstecken über das ganze Land verteilen lassen."
"Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, könnten dann für jede tote Ratte einen Euro bekommen."
"OKAY ist eine unerträgliche Dramatisierung von Leere."
"Diese ungewollten Kinder klettern an der Wirbelsäule lang."
"Die KI-Forschung ist hirntot."
"Dass die Fischbestände zurückgehen, kann man nicht den Walen in die Schuhe schieben."
"Was ist der Himmel was ist die Hölle und wer kommt da rein?"
"Rauchen im Hospiz beschleunigt den Vorgang."
"Da ist ein Licht angegangen, aber ich weiß nicht, was es zu bedeuten hat."
"Natrium-Pento-Barbital: erst schläft man ein, dann stirbt man davon."
"Island will wieder eine normale Insel sein."
"Haider kann nicht sterben, denn wir lieben ihn."
"Die Liebe, die ist ein Zaun vom Feld um deine Seele."
"Keine 3 Stunden in Berlin und schon hab ich Schulden bei ner Hebamme."
"Die Unwirklichkeit eines aus der objektiven Physikalität des cerebralen Prozesses in die subjektive Existenz des erinnernden Schauens nicht übertragbaren Ereignisses ist wirklicher als die greifbare Realität des Bildes."
"Die Dinge zeigen sich so, wie sie sich uns gegenüber abschaffen."
"Gisele Bündchen bekommt Junge."
raucht trinkt Bier hat zu Essen schreibt mit Bleistift hat ein Fahrrad ein Fernglas eine Taschenlampe einen Kühlschrank kein Telefon hasst Kinder hat eine 2-Zimmer-Wohnung liebt den Wind verleugnet seine Kindheit würde seine Mutter suchen hat einen Selbstmordversuch imaginiert lässt seine Wohnung verkommen würde sich gern eine Schreibmaschine kaufen glaubt, seinen Vater ermordet zu haben glaubt, seine Mutter gleich mit ermordet zu haben ist physisch stark hat grüne Augen hasst seine Arbeit ist am liebsten allein erinnert sich an seine Träume treibt es mit ... mag sie aber nicht bevorzugt das Tagesgericht trinkt viel ist ein Mörder verheiratet sich hat zwei Kinder spielt Schach lügt hatte einen Freund
Also, die sollen zu mir Hurensohn sagen, ist, war mir damals, ist mir jetzt auch immer noch egal. Aber manchmal machts bei mir Klick und dann sag ich, wie Hurensohn, rede nicht so, du Bastard. Und dann passiert einfach wieder ein Streit. Krieg ich mal ne Schelle, so, irgendwie. Ehre. Großes Wort. Ich würde sagen, man kann Hurensohn, alles so zu mir sagen, aber sobald man mich angreift und ich merke, aha, er hört nicht mehr auf, dann ist, dann ist Schluss bei mir, dann fängt meine Ehre an zu wirken, das heißt, ich verteidige mich selber. Na, wenn er so Hurensohn zu mir sagt, kann ja abprallen, das kommt vielleicht psychisch, seelisch zu mir rein, aber das kannst du ja wieder verarbeiten. Wenn er zu mir kommt und mich boxen tut, alles, und ich sage, der wird nicht aufhören, dann machts bei mir Klick und dann box ich mich auch. Dann wehr ich mich. Und das ist für mich die Ehre. Und die Würde. Dass ich nicht als Arschloch ende und sage, ja, er hat sich nicht gewehrt. Letztlich ist es ja dann doch ein animalischer Reflex. Es geht ja ums Überleben. Gefressen oder gefressen werden. In dem Fall hat natürlich auch jedes Tier, das um sein Leben kämpft, eine Ehre. Die Überlebensehre. Ein Leopard, also ein Gepard und ne Gazelle. Die Gazelle rennt weg, und das ist ihre Ehre. Sie rennt, sie rennt, sie rennt. Wenn sie, wenn sie nicht mehr kann, ist ihre Ehre erschöpft. Und dann fällt sie, ist sie zu langsam. Und fällt dir irgendwas ein, was du früher draußen erlebt hast, was damit zu tun hat? Ich hab draußen nie viel Streit gehabt. Sagen wir so, eigentlich gar nicht. Aber ich glaub, draußen ist das einen Tick härter noch. Also wenn ich jetzt zu jemandem sage, ja ich fick deinen Bruder oder ich fick deine Mutter, zwei Stunden später kommt der mit hundert Leuten an. Ist dir so was mal passiert? Nee, so was ist mir noch nie passiert. Zum Glück. Du musst, also, ja, wenn man, wenn man wirklich keine Brüder hat, wenn man nicht da Freunde hat, da Freunde hat, da Freunde hat, sollte man so was nicht sagen. Oder sich gar nicht erst in so einen Streit einlassen. Wenn man sagt, ja, man denkt, man weiß, aha, die halten zueinander, ich hab da und dort Freunde, wenn’s hart auf hart kommt, helfen die mir, dann kann man auch noch sagen, ja, warte mal, in zwei Stunden, und dann wir regeln die Sache. Dann gibt’s ne Massenschlägerei.
(Textwerkstatt: aus den Knast-Protokollen zum Theater-Projekt "Aufschlüsse", theater zum westlichen stadthirschen 2007)
DOLCEACQUA
Also das, das, also wenn ich auch lerne, es ist so, das heißt ich hab ja schon, ich hab ja auch vor, schon vor der Pause auch gesagt, das heißt, dass ich, wie sagt man das, überlegen welche, was dann auch ich, also ich meine, das bedeutet, dass ich endlich mal versuche, richtig mal klarer zu werden, nicht so aufgeregt, und nicht wuschig, und da hab ich ja, ich kann’s ja noch mal betonen, noch mal, also so dass ich endlich mir im Kopf klar bin, nein, lass dieses blöde deppernde Zeug, ich meine, lass dieses blöde blöde Mistzeug mal, schieb mal bei, schmeiß mal weg, und dieses Realitätsstück aber, das ich mach, muss ich auch erst mal beiseite schieben und das heißt, dass ich jetzt erst mal richtig, erst mal versuche genau zu wissen, richtig nachzufolgen, wie das eigentlich dann so alles anfängt, diese Lernzeit und diese Lehrzeit, wie ich richtig auch so von der Kollegin richtig auch so auch versuche mitzukriegen, wie ich, wie sagt man, wie ich richtig versuche, und die, und die, diese, wie sagt man, diese wichtigen Dinge und Fragen damit zu beantworten, wenn ich dann dort dann, wie sagt man da, bei ihr zu Hause, so mit und dann, wenn man dann richtig vereinbart, klar zu stellen, an welchem Tag dann richtig, dann auch dieses wichtige Gespräch ist, wo ich dann lernen werde, um die Dinge richtig hinzukriegen. (Textwerkstatt: V.M., aus den thikwanesischen Protokollen)
"Wer ein bisschen wie Ulbricht sprach, war Sachsenscheiße."
"Dummheit und Langeweile sind Kategorien, die sich gegenseitig ausschließen oder neutralisieren. Und das halte ich seit über 30 Jahren aus." (J. Pohling)
"Fussball ist wie Schach, nur ohne Würfel."
gelingen hat den mund aufgemacht kamen fische heraus in der nacht an den kalten zähnen vorbei schwamm ein wal auf dem silbernen laken lag aber nichts nur ein kleiner spalt mensch ohne haut
Angst Das ist immer ne Glaubensfrage. Gott, Gott, Gott sagt man immer, ob man, ich sage immer, ich habe sehr viel Angst vor dem Alleinesein, von den Betroffenheit, weil die Menschen sich am liebsten sich streiten und darum hab ich immer so viel Angst, und sagt man immer, soll man sich mehr daran halten an diese Gottesgesetze, du darfst nicht stehlen, du darfst nicht klauen, oder sagen, man kann alles mit dir machen, und man man man sagt immer, Mein Gott, ist das böse oder ist das gut, es brütet in der Seele schon, wie so n Faß, soll ich ihm jetzt eine hauen, dann hat man immer Angst, wenn man zum Beispiel sagt, dass Gott so ungerecht ist und die sagen alle, glaubt man mehr an den Gott als man lieb ist, gibt man mehr auf dieses Besitztum, das is meins, und gibt man den andern nix mit, und sagt, man lässt den andern in Stich, dann hat man doch Angst, man hat Angst immer vor Menschen, die auf dein innerliches Aussehen stieren, dass die andern sich verurteilen und sagt immer der Gott sieht alles, oder sagen, die gehen jeden Tag in de Kirche, man hat immer ne Angst mit den Körper und mit der Seele, und wo man diese armen Menschen da unten sieht, soll man den geben oder sind das nur eine, die simulieren, diese Menschen, die muß man einfach helfen, soll man die wirklich sagen, man hat Angst davor, machen sie sich darüber lustig oder lassen sie dich einfach so gehen wie du bist, dann hat man Vorurteile, man streitet sich, und es geht um so viele, und denn is man immer so zweigeteilt, zum Beispiel, und dann schlagen die Leute immer manchmal um sich und die meinen immer zu sein, dass die ärmer sind als die armsten Menschen, dann sagt man, wir leben hier noch gut, sagt man, die anderen Leute so wie in Afrika oder wie wie da in Tansania, die sind noch mehr, noch mehr Angst, da merkt man, die Leute sind schwarz, dann, wie soll man mit die Leute umgehen, wie soll man denen sagen, komm wir wollen dir helfen, die ne andere Sprache lernen, es sind zu viele Leute, und man ist immer in diesem Zweifel, oder sagt man, diese Penner, die können uns ma kreuzweise, bist du selber arm, dann hast du ne Angst, und wenn du sagst, du bist jetzt der reiche Macker von nebenan, dann stinkt es doch einen bisschen an, ich hab zum Beispiel sehr viel Angst überfallen zu werden, weil nämlich, hast du was, bist du was, oder bist du eben so n Geier wie die wie diese Politiker, und dass die Leute sich zum Beispiel erstechen oder sagt man, bist du ehrlich, sagt man, du bist ein mieser Charakter, dann hat man doch Angst, wenn man das spürt, dann spürt man den Körper, dann spürt man die Seele und dann merkt man, man lügt. Man hat immer Angst. Wenn man sagt, du bist so wie die andern, so feingespalten, dann hast du doch die Angst gespalten, oder man ist immer in dieser Verzweiflung drin, Angst zu haben, und dass die Leute einen schlagen oder man sagt, du bist feige, und wenn du einen schlägst, dann sagt man, du bist Angst und bist feige, und das nimmt mich hier immer ein bisschen mit.(Text von Peter Pankow aus der Produktion DAS ZARTE WIRD JA IMMER ÜBERDROHT, Theater zum westlichen Stadthirschen, 2004)
Vor einem Spielzeuggeschäft. Ein dreijähriger Junge brüllt wie am Spieß. Vor ihm kniet sein Vater und schreit ihn an: “Ist das die Alternative? Ist das die Alternative? Ist das die Alternative? Ist das die Alternative? Ist das die Alternative?”
Ich habe mich vor 27 Jahren in Isfahan dem Ubiquitätsgebot verschrieben und bin seitdem meistens in Ägypten, Äquatorialguinea, Äthiopien, Afghanistan, Albanien, Algerien, Andorra, Angola, Antigua und Barbuda, Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Australien, Bahamas, Bahrein, Bangladesch, Barbados, Belgien, Belize, Benin, Bhutan, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Botsuana, Brasilien, Brunei, Bulgarien, Burkina Faso, Burundi, Chile, China, Costa Rica, Dänemark, Deutschland, Dominica, Dominikanische Republik, Dschibuti, Ecuador, El Salvador, Elfenbeinküste, Eritrea, Estland, Fidschi, Finnland, Frankreich, Gabun, Gambia, Georgien, Ghana, Grenada, Griechenland, Großbritannien, Guatemala, Guinea, Guinea-Bissau, Guyana, Haiti, Honduras, Indien, Indonesien, Irak, Iran, Irland, Island, Israel, Italien, Jamaika, Japan, Jemen, Jordanien, Jugoslawien, Kambodscha, Kamerun, Kanada, Kap Verde, Kasachstan, Katar, Kenia, Kirgistan, Kiribati, Kolumbien, Komoren, Kongo, Kroatien, Kuba, Kuwait, Laos, Lesotho, Lettland, Libanon, Liberia, Libyen, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Madagaskar, Malawi, Malaysia, Malediven, Mali, Malta, Marokko, Marshall-Inseln, Mauretanien, Mauritius, Mazedonien, Mexiko, Mikronesien, Moldawien, Monaco, Mongolei, Mosambik, Myanmar, Namibia, Nauru, Nepal, Neuseeland, Nicaragua, Niederlande, Niger, Nigeria, Nordirland, Nordkorea, Norwegen, Österreich, Oman, Pakistan, Panama, Papua-Neuguinea, Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Portugal, Ruanda, Rumänien, Russland, Sambia, San Marino, Sao Tomé und Principe, Saudi-Arabien, Schweden, Schweiz, Senegal, Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Singapur, Slowakei, Slowenien, Somalia, Spanien, Sri Lanka, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und Grenadinen, Sudan, Surinam, Swasiland, Syrien, Südafrika, Südkorea, Tadschikistan, Taiwan, Tansania, Thailand, Togo, Tonga, Trinidad und Tobago, Tschad, Tschechien, Tunesien, Turkmenistan, Tuvalu, Türkei, Uganda, Ukraine, Ungarn, Uruguay, USA, Usbekistan, Vanuatu, Vatikanstaat, Venezuela, Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam, Weissrussland, Zentralafrikanische Republik und Zypern gleichzeitig und befasse mich dort mit jeweils unterschiedlichen Projekten.
dolomiti erfahre eben aus dem radio, dass wir uns im jahr des berges befinden (unesco). rosetta in den dolomiten. cimone della pala. unbedeutend beide, aber wie eingebrannt ihre namen. berge meiner kindheit. unweit des passo di rolle. san martino di castrozza. was um des berges und des jahres und der uno und der kinder willen bedeutet “castrozza”? nachschlagen: gibts nicht. müßte stehen zwischen “castroneria” (dummheit) und “casuale” (zufällig). also: meine ständige anwesenheit dort im italienischen gebirg als kleiner bub war nur ein dummer zufall... FAORO hieß die familie. frau Faoro ist für mich bis heute das älteste wesen, das ich jemals sah. ihre töchter anna, maria und luisa haben mich gewickelt, gefüttert, ins bett gelegt und späterhin meine becherchen gewaschen.
"Niemals! Niemals! Ich habe niemals Hinrichtungs-Opfer zu Kameraden umgearbeitet!" (popanz von hagens)... und im o-ton der pressekonferenz hat man immer statt "Hinrichtungs-" "himmlische" verstanden...
- „weißt du, was jesus christus am kreuz gesagt hat?“ - „naja, vater, vater, bitte hilf mir, wenn es denn sein muss, oder sowas.“
meine güte ingobruder! in welcher annektierung bist du denn gelandet? gibts da rückwege? hast du im hochland ein riesen-stationär aufgeklappt? hochform in langform: briefing im klassischen sinne aus einer pizza-bäckerei, hast du dein festungs-phantom schlitzlich und endlich real verlassen? aber mit verlaub: das wird ja alles immer durcheinanderlicher. so viele fragen: 1. lass mal bruder jacko seinen prozess kriegen (der braucht jetzt ruhe). nick nack, hast du vergessen, dass ich bei erwähnung des namens voodi - ich kanns kaum schreiben - überall pickel kriege? müßtest mich mal sehen, zum glück hab ich heute abend keine vorstellung. warum kippst du so viel unbill über mich? könnte hier in meinem chaos mal den ein oder anderen glückwunsch (bill) gebrauchen, aber nicht so dubios-zynische GRATULAKULSKIES für von mir alles andere als beabsichtigte körperschäden von fremdpersonen! selber schuld. fremdkörperschuld. schuldschaden. schuldperson. schuldkörper. fremdschuld. 2. wer ist jess? (längst eliminiert) s.u. 3. hör endlich auf, an deinen implementirien rumzufummeln, das bringt nix! davon kann man übrigens auch physisch krank werden. du fängst schon wieder an, dich an dinge und personen zu erinnern, die es nie gegeben hat... 4. LEGUAN??? dass eins mal klar zu verstehen sich begebe: ich habe in dieser sache nix recherchiert. ich habe um recherche gebeten! und wenn deine lager-kolleginnen sich dann wegen ontologischem dilettantismus berechtigte züchtigungen einhandeln, dann bist DU derjenige, der sich schadenfroh ins fäustchen hüstelt. schäm dich. schäm dich mal. von wegen pop, zustimmung zum system, postmodern... herbert marcuse dreht sich im grab herum. ist ja manchmal ganz charmös, wenn du naiv tust. die SIND das system. ohne die gäb es nichts. keine welt, keine götter, keine hunde. über die rasche und effektivste vernichtung/ausrottung letzterer habe ich mich an anderer stelle bereits ausgelassen (soviel zu deinem monumentalanhang). 5. hab ich dich richtig verstanden: du möchtest mit jemandem, der von einem anderen vor seinem lebewohl komplett verspeist, komplett verdaut und komplett wieder ausgeschieden worden ist, ein paar unverbindliche worte wechseln? das finde ich so verwegen wie ekelhaft, aber luka wird diese rückführung mit freuden in angriff nehmen. könnte mir aber vorstellen, dass der dann nicht lange hält. 6. das mit dem lila ingo hab ich mir ja fast gedacht, war aber eine hübsche volte. und den signore hartig musst du bei gelegenheit in personam non gratam (also mit gewebe und allem) mal vor mich hinstellen. an den hätte ich ein kleines begehr. lieber hobby-schwuchtel als profi-kuh. 7. bis auf weiteres: keine aufträge! keine auslands-operationen! do not touch the african field! "deutsch-ostafrika" ist gelöscht. ich hatte bis heute nur einen einzigen kurzen kontakt zu den 2 markus. das war unmittelbar vor ihrer verhaftung in der schweiz. d.h. auch andere machen sich ihre "gedanken"... und: es gibt keinen grund zur panik, schon gar nicht für schübe derselben! ich hoffe, ich konnte einiges entkrümmen und grüße brüderlich wohin auch immer, take care! jürgen 16-ender p.s. mentor-funktion niedergelegt. siehe anlage. (aus: jürgens briefe)
Zweikörperproblem die Bestimmung der Bewegung zweier als Massepunkte der Massen m1 und m2 idealisierter Körper oder Teilchen unter dem alleinigen Einfluss ihrer gegenseitigen Wechselwirkung. Anders als das Zweikörperproblem ist das Dreikörperproblem nur unter speziellen Voraussetzungen bezüglich der Stellung der drei Körper exakt und bei Vernachlässigung der Masse eines Körpers gegenüber den Massen der beiden anderen näherungsweise lösbar.
KAUKASISCHES ROULETTE: die Revolver-Trommel ist voll, in einer Kammer befindet sich keine Kugel.
Hansi Ja eben - da war ich noch im Kino - Das war so'n Film - ja war so'n Mann. Nee, da is so'n Licht, also das Licht ist um ihn herum und er ist in diesem Licht drin. - Echt gut - Also der Film handelt davon, wie der Mann zu diesem Licht findet. Weil, in diesem Licht ist der Mann dann eigentlich auch weg, ist der gar nicht mehr da. Aber dann ist das auch gar nicht mehr so wichtig für den Mann, daß er überhaupt da ist, er ist sozusagen im Licht oder vielleicht ist er auch das Licht; auf jeden Fall, es geht um, tja - um den Weg da - ist ja auch ein Film. Der sieht immer ein Licht, egal wo, er geht halt so rum und der sieht immer ein Licht, der meint immer, er müßte zu diesem Licht und versucht immer in das Licht reinzugehen und immer wenn er so nah dran ist an diesem Licht, dann ist es plötzlich wieder weg. Irgendwann kommt er dann drauf, daß er ganz bestimmte Sachen machen muß, um dahin, um in dieses Licht rein - Der muß in sich selber, der muß anders aussehen oder, der muß anders reden, weil der dann die Sprache auch nicht mehr verlernt. Nee - der verlernt dann zu sprechen, der kann dann nicht mehr sprechen und nur noch so ganz, der sagt dann überhaupt nichts mehr und dann kommt es langsam dazu, daß er durch die andern Leute durchgucken kann und hinter diesen Leuten ist dann wieder so ein Licht, also er kann dann durch dich durchgucken und dann kommt so ne Stufe, wo er selber durchsichtig wird und er kann dann überall durch. Fängt dann an so durch Wände zu gehen. Der geht durch alles durch, der braucht dann nicht mehr um die Ecke, der kann dann einfach grade. Ja. - Und ganz am Schluß ist er einfach weg in so einem riesigen Licht. Dieses Licht sehen dann auch die andern. Das ist wie ein Schwarzes Loch, das Schwarze Loch ist ein Lichtlicht. Gute Bilder. Hinterher kann er dann auch so Leuten helfen. Das macht er dann auch. Irgendwie vergißt er das dann auch, daß der dann so Sachen - nicht macht. Die andern denken, er würde dahin gehen, aber sie wissen nicht, daß er eigentlich derjenige ist, der bestimmte Sachen nicht macht, weil sie da schon waren vorher. Und immer wenn das Licht kommt, wissen die, daß er derjenige war, der jetzt doch wieder gewußt hat was, nee, daß er derjenige ist, der immer schon vorher weiß, was die andern tun werden, so rum. Und die tun es aber dann, weil sie es wissen, nicht. Und deswegen ist es möglich, daß er manchmal hinkommen kann und andern Leuten hilft, weil sie das eben wissen, und ganz bestimmte Sachen einfach nicht tun, weil wenn sie das nicht wüßten, dann würden sie diese Sachen tun und wenn sie die Sachen tun würden, dann könnte er ihnen ja leider nicht helfen. Und wenn sie die tun würden, dann würde er wahrscheinlich nicht so weit kommen, daß er durch Sachen durchgeht. Das muß er ja vorher mit den andern besprechen. Ja, manchmal kann er das vorher besprechen mit Leuten, dann kann er sagen, das und das wird jetzt gleich passieren, ich sag euch das jetzt, und ihr müßt das aber sofort wieder vergessen und was können wir tun. Und dann besprechen die sich halt und das Schwierige daran ist, daß sie halt sofort wieder vergessen müssen, was er ihnen gesagt hat. Weil, wenn sie das nicht vergessen würden, dann würde das nicht passieren, was er - weiß. Und sie können aber dann trotzdem, noch zusammen besprechen, wie sie die Situation - den andern dann - die nicht dabei sind bei dem Gespräch, so erklären, daß er, ohne daß die, die dann, die dann das merken, daß er da, reingehen kann und so tun kann, als hätte er vorher nicht gewußt, was jetzt nicht die ersten besprochen haben, sondern was die zweiten wußten. Deswegen kann er da manchmal - also ein Kind hat er da z.B. gerettet. Ja - und solche Sachen passieren da halt noch - -- guter Schauspieler --- der heißt --- Chang --- Chandamme --- ... aus "Großstadtnotizen", 1995
Feuer in einem Triebwerk während eines Fluges ist durchaus normal...
Schönheit / Wahrheit... ...Unheit
gespräch mit alma
- hallo matthias. - hallo tiger. ich bin jetzt nicht mehr matthias, ich bin jetzt wieder ein gespenst. - hallo gespenst. musst du noch arbeiten? - nein, gespenster müssen nicht arbeiten. - nein? - nein, gespenster sind doch im sein zuhause. ---- - ich bin so müde. - du bist ein müdes gespenst? - ja. es ist noch hell. ich warte, bis es dunkel wird. - und dann? - dann steh ich auf. jetzt ist es dunkel. ich suche mal ein paar leute, die ich besiege. ------ - und was machst du jetzt? - ich besiege jetzt leute. - und warum? - weil wenn leute tot sind dann mach ich die wieder heile, weil ich bin ein liebes gespenst! ----- - und jetzt bist du aus spiel nochmal tot, tiger! und wenn ein vogel mir meinen zauberstock wegnimmt, dann mach ich ihn tot und nie mehr heile.
FISHEND
blitzlicht-serie “krücken”:
befaßt sich mit dem phänomen des aufrechten gangs. also auch mit dem stoff pd-3-p. die suche nach dieser biochemischen verbindung namens phylodoxa-tri-phosphat wird von solvej balle in ihrer erzählung “§1” beschrieben. zu beachten auf den fotos: schuhwerk, strümpfe, beinkleider, verbände, röcke, mäntel, bodenoberfläche, lichtverhältnisse, tageszeit, schaufenster, wetter, begleitungen/unbeteiligte/kinderwagen, taschen und beutel, selten hände, schärferelation von körper und krücke, jahreszeit, rechts-links-krückenführung, stand oder gang, einstellung der krücken-höhe, schwellen, treppen, dynamik, innen- oder außenraum, besonders natürlich die beschaffenheit des “stocks” an sich: farbe, material, alter, dicke, doppel, bodenkontakt? was den fotografischen vorgang an sich betrifft, auch seine fähigkeit, sich einzubrennen, “ding” zu bleiben. aus der summe zu errechnen: 1. die lebenserwartung, (ihre krankheitsgeschichte), 2. die vergangenheit, (ihr alter, ihr soziales umfeld), 3. ihr augenblicklicher handlungs-impuls (d.h. meistens: “was kaufe ich als nächstes?”, manchmal aber auch: “wo soll ich jetzt hingehen?”, selten: “warum bin ich jetzt hier?”), 4. ihr name dazu: wer sind diese frauen? warum ist mir ihr gesicht egal, ihre stimmen? selbst die beschränkung auf die ansicht von hinten ist über eine anfängliche feigheit beim “schuß” zu einem gestaltungsprinzip geworden, das mindestens ihr weglaufen aus dem bild, ihre flüchtende bewegung bannt, für deren gegenteil es außer rot-grünen einwegbrillen keine form gibt. niemand verschwindet aus einem bild und ist uns dann näher.
Unmittelbar nachdem ich auf die Welt gekommen war, wurden mir in Folge eines spektakulären Kunstfehlers meine Füße abgeschnitten. Im Alter von sieben Jahren hackte man mir - wegen Faulheit im Klavierunterricht - beide Hände ab. Weil ich den von Beilen und Sägen verursachten Schmerz nicht besonders gut aushalten konnte, legte ich mich auf Geheiß meines Vaters für die Beine in einen Eisenbahntunnel. Ich hatte in einem wichtigen Laufwettbewerb versagt. Meinen rechten Arm verlor ich bei einem Jagdunfall, den linken bei einem Behindertensportfest. Ich fing dann an, meine Eltern und Geschwister mit inneren Organen zu versorgen. Als schließlich das Überleben meiner Mutter nur noch durch die Spende meines zweiten Lungenflügels gewährleistet werden konnte, entschloss man sich zu einer Totalamputation des Rumpfes. Seitdem hänge ich an einem teigähnlichen Ring, der sich durch den Mund und den kurzen Rest meines Halses bewegt, in unserer Küche an einer Eisenstange. Einmal in der Woche kommt mein Vater mit einer Luftpumpe vorbei. Meine Mutter besprüht mich jeden Tag mit einem Wasserzerstäuber. Niemand spricht mehr mit mir. Ich bin jetzt siebzehn Jahre alt.
„Den UNO gehören (2012) 193 Mitglieds-Staaten an, d.h. alle Staaten außer Taiwan, Vatikanstadt, Kosovo, Nord-Zypern, Abchasien, Südossetien, Cookinseln, Südsudan und Westsahara (DARS). Nach der Satzung (Charta) der UNO steht die Aufnahme in die UNO allen friedliebenden Staaten offen.“
naja, wir ermöglichen unseren kindern die kindheit, die unsere eltern uns vorzuenthalten nicht imstande waren...
"- du wärst jetzt wohl hier angekommen und deine eltern wären wohl gestorben. - nee, die sind wohl getötet worden. - gut."
"Uhren, die ticken, werden in China nicht verschenkt."
"Elstern sind Kandidaten für ein Ich-Bewusstsein."
"Leichter haben es da unheilbar Kranke und Sterbende."
"Für uns gibt es nur die Welt, in der das Wort "es gibt" existiert."